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Ende der fünfziger Jahre in der bayerischen Kleinstadt Coburg: Bauunternehmer Schuckert (Mario Adorf) und andere einflussreiche Verantwortliche der Stadt ziehen im Hintergrund die Fäden des wirtschaftlichen Aufschwungs, freilich unter großzügiger Berücksichtigung der eigenen Interessen. Hauptquartier der korrupten Clique ist das örtliche Bordell „Villa Fink“: Hier wird sich besprochen, sich amüsiert und erfreut an den Darbietungen der attraktiven Lola (Barbara Sukowa). Dieses sich selbst erhaltende Machtsystem wird bedroht durch den frisch eingesetzten, seriösen Baudezernenten von Bohm (Armin Mueller-Stahl), zunächst unbestechlich und immun gegen Schuckerts Versuche, ihn ins Netz zu locken. Erst Lola wird von Bohms Fallstrick, von deren nächtlicher Aktivität in der „Villa Fink“ er zu Beginn in Unkenntnis gelassen wird.
Fassbinder wurde inspiriert durch den Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann. Allerdings verlegte er die Geschichte in die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs unter Adenauer: „Mich interessieren halt die fünfziger Jahre. Insbesondere, weil ich mich entschlossen hatte, eine Gesamtgeschichte der Bundesrepublik Deutschland aus meiner Sicht zu machen“ (Fassbinder). Lola dreht sich um Fragen der Moral, der Käuflichkeit im kapitalistischen Wirtschaftsboom, allerdings im Gewand einer bösen Komödie. Das unterstrich Fassbinder auch durch die Besetzung Schuckerts mit Mario Adorf, dem er, so Fassbinder, ausdrücklich komödiantische Freiräume gegeben habe.
Über den Regisseur
Rainer Werner Fassbinder (*1945 in Bad Wörishofen – 1982 in München), aufgewachsen in München, begann Mitte der 1960er mit Arbeiten zu Film und Theater: als Schauspieler, Autor und schließlich Regisseur. Politisch, kontrovers und mit unglaublicher Schaffenskraft entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten und produktivsten Nachkriegsregisseure Deutschlands. LOLA wird der sogenannten BRD-Trilogie Fassbinders zugerechnet und stellt das Mittelstück dar. Die anderen beiden Filme sind DIE EHE DER MARIA BRAUN (1978) und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS (1982). Kurz nach Fertigstellung der Trilogie, mitten in den Dreharbeiten zu einem neuen Film, verstarb Fassbinder im Juni 1982 im Alter von nur 37 Jahren.




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