Schluckauf

Flo, ein unscheinbares Landei, eifert dem extravaganten Starmannequin Chantal nach und zieht nach Berlin. Mit Hilfe von Chantals Visitenkarte, die sie bei einer Modenschau in der Provinz ergattert hat, mietet sie sich bei ihr ein. Immerhin hat sie 5.000 Mark in der Brusttasche, da nimmt das Starmodel die unscheinbare neue Mitbewohnerin gerne auf. Ein wahrhaft ungleiches Paar, die eine zu klein für jede Jacke, die andere zu groß für den Kiez.

Und dann ist da noch Freddi, der kein Spiegelei mag, weil er nämlich genau weiß, was er will – im Gegensatz zur naiven Flo, die sich noch vor den eigenen Wünschen sträubt, weil sie gerade erst anfängt, sich selbst zu finden, und zur eskapistischen Chantal, die ihre Identität zwischen dilettantischen Video-Produktionen und VIPs bereits verloren hat. Freilich ist es nur eine Frage der Zeit, ehe es in der explosiven WG mächtig knallt.

SCHLUCKAUF ist eine zwar schrille, aber insgesamt eher verhaltene, charmant versponnene Komödie um zwei notorische Außenseiterinnen, die ihren selbstbetrügerischen Illusionen und Lebens-Hochstapeleien zu erliegen drohen. Neben den auf sehr unterschiedliche Weise anrührenden Hauptdarstellerinnen ist es vor allem die bewegliche, elegante Kameraarbeit, die den Film trägt. Wegen „künstlerischer Minderwertigkeit“ verweigerte die Filmförderungsanstalt zugesagte Fördergelder. Erst ein Jahr später wurde das Urteil auf öffentlichen Druck hin zurückgezogen. Da aber hatte Klick schon seine Karriere beendet und sich ins freiwillige Exil nach Irland zurückgezogen.

In Anwesenheit des Regisseurs Roland Klick und der Hauptdarstellerin Irene Findeisen.

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